Begünstigen Sonnenstudio und Sonne die Bildung von Hautkrebs?

Solarium

Die Meinungen gehen seit Jahren auseinander: Begünstigt nun der regelmäßige Besuch eines Sonnenstudios das Krebsrisiko, oder ist die künstliche Wärme sogar gut gegen die Bildung von Krebszellen? Und ist die „echte“ Sonne unser Freund oder Feind?

Die Meinung französischer und italienischer Forscher, die sich eingehender mit diesem Thema beschäftigt haben, ist eindeutig: Das Risiko, am schwarzen Hautkrebs zu erkranken, ist für Solariumgänger um 20% höher als bei Personen, die das Sonnenstudio meiden.

Ergebnis der Studien: Junge Menschen sind besonders gefährdet!

Dabei sei es besonders gefährlich, wenn die Sonnenbank-Besuche schon länger regelmäßig absolviert werden. So verdoppele sich das Krebsrisiko bei Personen unter 35 Jahren. Beginnen die regelmäßigen Solarium-Besuche schon in sehr jungen Jahren, wurde sogar ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko bis zu 87% festgestellt. Jeder künstliche Bräunungsvorgang erhöhe das Krebsrisiko jährlich um 1,8 Prozent, so ist im Fachblatt „British Medical Journal“ zu lesen.

Mehr als 11.000 Krebspatienten wurden im Rahmen diverser internationaler Studien von 1981 bis 2012 analysiert. In Europa erkranken demnach ca. 65.000 Menschen jährlich am schwarzen Hautkrebs; gut 5% davon wurden durch regelmäßige Solarium-Besuche begründet. Mal kurz vor dem Urlaub noch „Vorbräunen“, scheint dann offensichtlich nicht die beste Lösung zu sein. Auch die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) raten daher konsequent davon ab, Solarien zu nutzen.

Viel Sonne – viel Hautkrebs?

Bedeutet es also, dass viel Sonnenbestrahlung die Hautkrebs-Bildung fördert? Nein – sogar das Gegenteil könnte der Fall sein! Es scheint nämlich vielmehr so zu sein, dass unsere Körper mittlerweile zu wenig Schutzmechanismen gegen die UV-Strahlung bilden, weil wir schlicht zu viel in Büros sitzen, die vor Sonnenstrahlung geschützt sind und unsere Freizeit mehr vor dem Bildschirm als in der freien Natur verbringen.

In diesem Zusammenhang haben Dermatologen um Dr. Margit Huber von den Unikliniken Ulm und Dresden im Rahmen eines weiteren Forschungsprojekts Patienten nach ihrem Sonnen-Verhalten sowie einiger weiterer Risikofaktoren befragt.

Draußen aktiv, geringes Melanomrisiko

Wenig überraschendes Ergebnis: Patienten ohne Hautkrebs hatten sich vor 20 Jahren deutlich länger an der frischen Luft aufgehalten als am Melanom erkrankten Patienten und dabei Hobbys wie Fußballspielen, Skifahren, Wandern, Tennisspielen und Segeln am häufigsten genannt.

Fazit: Um einen Schutz aufzubauen, braucht die Haut sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlung. Da aber Solarien ausschließlich UV-A-Strahlen verwenden, entsteht trotz Bräunung der trügerische Eindruck, in der „richtigen“ Sonne keinen weiteren Schutz zu benötigen.

Unsere Körper benötigen unbedingt das Sonnenlicht, um die  Schutzfunktionen der Haut wie Pigmentierung und UV Schwiele zu fördern. Deshalb ist der Gang in die Sonne unter Beachtung folgender Hinweise von vielen Medizinern eindeutig empfohlen:

  • Rechtzeitiges Eincremen (mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad) mit einem Sonnenschutzmittel (hoher Lichtschutzfaktor, am besten ab 30). Beim Baden unbedingt wasserfesten Sonnenschutz verwenden.
  • Mehrfaches Erneuern des Schutzes
  • Sonnengerechte Kleidung
  • Kopfbedeckung
  • Sonnenbrille mit UV-Filter
  • Meiden der Mittagssonne
  • Viel trinken, da der Körper in der Sonne viel Flüssigkeit verliert